Panel Session I

Panel Session I
26. Mai 2021, 14:00—15:00 Uhr


Sozialräumliche Erforschung regionaler kultureller Bildung

PS-I-1

Referent*in: Prof. Dr. Ulrike Stutz, Universität Erfurt

Mit dem Projekt KuBiLa (www.kubi-map.de) kann ein Online-Tool vorgestellt werden, mit dem Anbieter*innen und Nutzer*innen ihre Orte kultureller Bildung sichtbar machen können. Die kulturelle Erforschung der eigenen Region, Austausch und Vernetzung sowie Partizipation werden angeregt. In der Einbeziehung dieser Verknüpfung von digital-basierter und auf den realen Raum bezogenen kulturellen Bildung erfährt Schule eine Erweiterung. Impulse für Selbsttätigkeit und entdeckendes Lernen werden gegeben. Die Auswertung von Eintragungen im Mapping ermöglicht eine lebensweltbezogene Analyse kultureller Praxis der Beteiligten.

In diesem Tagungs-Beitrag wird das Forschungsprojekt KuBiLa – Kulturelle Bildungslandkarten vorgestellt und im Kontext kultureller Schulentwicklung bildungstheoretisch reflektiert. Es werden außerdem Hinweise gegeben zu möglichen eigenen Umsetzungen eines digitalen Mappings mit Freeware.


Visual Literacy und Lernkultur – Prinzipien und Beispiele einer Ästhetischen Alphabetisierung in der Schule

PS-I-2

Referent: Prof. Dr. Ludwig Duncker, Justus-Liebig-Universität Gie?en, Freie Universität Bozen

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Mediengesellschaft auf, in der die Kommunikation in und mit Bildern eine dominante Rolle einnimmt. In Werbung und Journalismus, in Print- und digitalen Medien wird oft in raffinierter Weise Wirklichkeit nicht nur dargestellt, sondern interpretiert, bewertet, beschönigt, verunglimpft. Insofern nehmen Bilder Einfluss auf die Entstehung von Vorstellungen und Wünschen, auf Phantasien und Erwartungen, kurz: auf die Konstruktion von Wirklichkeit. Die Bilderwelten außerhalb der Schule unterscheiden sich jedoch deutlich von den Bildern, die bislang in Schule und Unterricht verwendet werden. Dies lässt sich in Schulbuchanalysen nachweisen. Im Vortrag wird diese Diskrepanz aufgegriffen, um in Abgrenzung zu einer affirmativen Verwendung von Bildern im Unterricht den Anspruch eines diskursiven Bildmaterials aufzuzeigen, mit dem fächerübergreifend nicht nur herausfordernde Denkprozesse angeregt werden können, sondern auch ein Beitrag zur Entfaltung einer Visual Literacy erfolgen kann. Mit ausgewählten Beispielen wird dabei ein Weg zur Ästhetischen Alphabetisierung als einer Dimension einer Kultur des Lernens ausgelegt.


Künstler*innen an Schulen – Was haben wir davon? Zum Spannungsverhältnis mit dem Bildungsanspruch

PS-I-3

Referentin: Veronika Ehm, EDUCULT – Denken und Handeln in Kultur und Bildung

In dem Workshop wird das Thema Kulturelle Bildung/Kulturvermittlung an Schulen diskutiert. Ausgehend von Forschungsergebnissen konkreter Programmevaluationen und Studienergebnissen wird die Bedeutung für Schulakteur*innen und Künstler*innen diskutiert. Dabei wird an die Erfahrungen und Assoziationen der Teilnehmer*innen angeknüpft. Gemeinsam werden Fragen zu aktuellen gesellschaftlichen Situationen wie Gesundheit und E-Learning, aber auch Herausforderungen des Wirkungs- und Kompetenznachweises erarbeitet.


Digital Game Based Learning als lebensweltorientierter Ansatz in der Schule

PS-I-4

Referent: Gerrit Neundorf, Spawnpoint — Institut für Spiel- und Medienkultur e.V.

Nicht erst seit der Anerkennung des Computerspiels als Kulturgut im Jahr 2007 nutzen Spielende die kreativen Möglichkeitsräume von Games, um sich auszudrücken und damit an gesellschaftlichen Prozessen, auch über ästhetische Prinzipien, zu beteiligen. Impulse dieses Ausdrucks können auch in (formellen) Bildungsprozessen eine lebensweltbezogene Rolle spielen. Über die Annäherung zum Thema Digital Game Based Learning, werden im Vortag auch praktische Umsetzungsmöglichkeiten dargestellt.


„Schule kann so schön sein!“ – Schulkultur und Kulturelle Bildung am Beispiel der Musikalischen Grundschule

PS-I-5

Referent*innen: Kathrin Auerbach, Mathias Wagner, Andrè Kraft, Musikalische Grundschule Erfurt

„Das Konzept zur Musikalischen Grundschule wurde aus der Perspektive von Schulqualität entwickelt. Es geht um die schrittweise Gestaltung eines entwicklungsfördernden Lern- und Lebensraums, der allen Kindern in der alltäglichen schulischen Praxis den Zugang zur aktiven Teilnahme an musikalischen Praxen ermöglicht - unabhängig von Herkunft, Sprache und Bildungsstand…Um die Musik über den Musikunterricht hinaus in allen Fächern und für viele außerunterrichtliche Gelegenheiten fest im Schulalltag zu verankern, sieht das Konzept zur Musikalischen Grundschule einen Schulentwicklungsprozess vor.“¹ Wie dieser initiiert, gestaltet und evaluiert wird und wie nachhaltig Musik auf das körperliche und seelische Wohlbefinden, die kindliche Lebensfreude und das soziale Miteinander wirkt, wird beispielhaft aufgezeigt.

¹ Musikalische Grundschule (bertelsmann-stiftung.de)


mEIN RAUM – ZWISCHENRAUM – dEIN RAUM RaumForschung in der Schule zwischen Wunsch und Wirklichkeit

PS-I-6

Referentin: Dörthe Gerhardt, Richtsberg-Gesamtschule Marburg

Wie sehen Räume aus, in denen sich in der Schule unser kreatives Potential entfalten kann? Wie können unsere Wünsche und Ansprüche Wirklichkeit werden, angesichts der Hürden, Auflagen und realen Gegebenheiten? Dieser Workshop eröffnet einen interaktiven (Denk-)Raum, inspiriert durch Erfahrungen der Richtsberg-Gesamtschule Marburg (KulturSchule des Landes Hessen).


Kulturelle Projekte in der Schule: voneinander lernen – miteinander wachsen

PS-I-7

Referentinnen: Nina Reinecke, Anke Müller, Nele Schmidt, Gymnasium Limmer

In einer ersten Phase stellen wir drei erprobte Projekte aus unserer Schule vor: Ein Mikroprojekt zum Thema "Märchenfiguren" mit Fünftklässlern (http://www.gymnasium-limmer.de/welche-maerchenfigur-ist-den-das/).

Ein fremdsprachliches Projekt zum Thema "shape poetry" oder "dreamtime story" mit Neuntklässlern (http://www.gymnasium-limmer.de/eigene-englische-gedichte-und-geschichten-verfilmt/). Ein interdisziplinäres Projekt zwischen Werte und Normen und Kunst zum Thema "Würde" mit Achtklässlern (http://www.gymnasium-limmer.de/wuerdespiegel-projekt/).

Die Impulse können von den Teilnehmer:innen in einer zweiten kurzen Arbeitsphase auf ihre Systeme übertragen werden.
In der dritten Abschlussphase gehen wir auf Fallstricke ein und versuchen gemeinsam Lösungen zu finden.


Forschen nach der Forschungsfrage – Ästhetische Forschung konkret

PS-I&II-8

Referentin: Anne Grabosch, Philipps-Universität Marburg

Mit einer Frage fängt alles an. Mit meiner Frage: Was will ich wissen? Wann wird es spannend und warum? Was weckt meine Neugierde, meinen Forschungsdrang?...

Und dann geht es los mit der Ästhetischen Forschung – einem subjekt-, prozess- und kompetenzorientierten Lehr-Lern-Konzept, das multiperspektivisch, interdisziplinär und interprofessionell alle Wahrnehmungsebenen einbezieht, um Antworten zu sammeln auf meine Forschungsfrage und damit auch viele weitere Fragen…

Nach einem kurzen Input zur Ästhetischen Forschung begeben wir uns im Workshop auf eine exemplarische Forschungsreise – und forschen nach der Forschungsfrage.

 


Kulturagent*innen präsentieren: Museumsdate mit Otto. Authentisch, vernetzt, kreativ.

PS-I-9

Referentinnen:
Katja Rust, Sandra Werner, Kulturagent*innen Thüringen
Sybill Hecht, Koordinatorin für kulturelle und politische Bildung im Schulamt Thüringen / Kunstpädagogin / Mediatorin

Kulturelle Bildung am authentischen Ort am Beispiel des Otto-Dix-Hauses Gera

Seit dem sogenannten „Spatial Turn“ hat sich in den Kultur-, Medien- sowie Sozialwissenschaften eine neue Sicht auf das Thema Raum durchgesetzt, die eine erweiterte bis heute anhaltende Raumdebatte begleitet. In der raumwissenschaftlichen Schul- und Bildungsforschung wird meist der physische Raum betrachtet und ist in der Theoriebildung eher nur eine Bezugsgröße. Für die kulturelle Bildung sind jedoch nicht nur die Orte, an denen sie stattfindet, relevant, sondern auch die räumlichen Strukturen und raumzeitlichen Gefüge. Freiräume zum Lernen sind wichtiger geworden und das Potential des virtuellen Raumes in der aktuellen Frage ist noch nicht ausgeschöpft. Andere Lernorte eröffnen Möglichkeiten für neue Lernerfahrungen und in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partner*innen kann der authentische Lernort eine größere Rolle für die Bildung des Subjektes spielen.

In diesem Panel verständigen wir uns über Möglichkeiten von Öffnungen der Schule mit einem erweiterten Bildungsverständnis und befragen den Lernort nach seiner Authentizität. Dabei wird der Museumsraum des Otto-Dix-Hauses in Gera an einem Praxisbeispiel durch Schülerinnen einer lokalen Regelschule live vorgestellt.


3rd World Conference on Arts Education: „Magic, sparkling moments and WOW-effects – the complexity of impacts of Arts Education in the interplay between rejection and proof“ Lecture Performance

PS-I-10

Referent*innen: Mirtan Teichmüller, Sina Kuhlins, Maria Rhein

Die Lecture Performance in Form eines UNESCO-Kongresses zum Thema „Wirkungsforschung in der kulturellen Bildung“ beschäftigt sich mit einer systemkritischen Momentaufnahme dieses teilweise umstrittenen Forschungsbereichs. Dabei werden die Wirkungsforschung und die damit verbundenen Positionen kurz skizziert und ernsthaft bis humorvoll hinterfragt. Macht Mozart wirklich schlau? Wirkt Kulturelle Bildung immer gleich? Sind Effekte Kultureller Bildung überhaupt messbar und wenn ja, wem nützt das ganze Messen? Die „Tagungsteilnehmer*innen“ werden eingeladen sich mit Annahmen der Erforschung von Wirkungen kultureller Bildung aber auch mit Forderungen nach ihrer methodischen und ideologiefreien Neuausrichtung auseinanderzusetzen.

Die Lecture Performance der PraxisLernGruppe "Wirkung" entstand als performative Hausarbeit im Rahmen des Weiterbildungsmasters "Kulturelle Bildung an Schulen". Ihre Wirkungen wurden bislang nicht erforscht.