Panel Session III

Panel Session III
27. Mai 2021, 10:00—11:00 Uhr


Über Fachkulturen und interdisziplinäres Lernen: Was sind gute Türöffner für ästhetische Praxis?

PS-III-20

Referent: Dr. Michael Retzar, Philipps-Universität Marburg

Der Diskurs über Kulturelle Bildung an Schule berührt verschiedene Ebenen: die Ausgestaltung von Kulturkooperationen mit außerschulischen Partnern, Abstimmungsprozesse auf der Ebene der kulturbezogenen Schulentwicklung oder die Entwicklung von Angebotsformaten, die unterschiedlichen Interessen entsprechen müssen und verschiedene Zielgruppen erreichen sollen. Weniger im Fokus stehen bislang die Veränderungen auf der Ebene des regulären Unterrichts. Eine langfristig angelegte kulturelle Schulentwicklung, die nicht allein auf Finanzierungsmöglichkeiten für Kulturpartnerschaften beruht, ist daher auf eine kulturelle Unterrichtsentwicklung angewiesen, die die Lehrkräfte dazu anregt und befähigt, ihren eigenen Unterricht so auszugestalten, dass die Schülerinnen und Schüler zu kreativen Prozessen angeregt und ihnen ästhetische Erfahrungen ermöglicht werden. Im Tagungsbeitrag soll es darum gehen, solche kulturbezogenen didaktischen Ansätze kennenzulernen, die sich für den Unterricht aller Fächer eignen und die interdisziplinäres Arbeiten anregen können.

 


Zwischen Motivationsstrategie und Anerkennungskultur — Was können ästhetische Lernumgebungen in der Schule?

PS-III-21

Referent*innen:
Dr. Britta Klopsch, Karlsruher Institut für Technologie: KIT, Universität Heidelberg
Tom Braun, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.

 


Kunstlabor Literatur und LesArt-Mitmachfilme

PS-III-22

Referentinnen: Sabine Mähne, Kathrin Buchmann, LesArt, Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur

LesArt gibt Impulse für interaktive Veranstaltungen zur Literatur im Unterricht. Beispielhaft wird Einblick in Konzepte gegeben, die im Rahmen des Projekts „Kunstlabore“ entstanden, und die digital so aufbereitet sind, dass sie sofort im Schulalltag ausprobiert werden können. Zudem werden die im vergangenen Jahr entstandenen Mitmachfilme vorgestellt und – in Auswahl – erprobt.


Team Ability: Wir spielen eine Rolle! … in der Persönlichkeitsstärkung

PS-III-23

Referent: Markus Schneider, Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V.

Ob die Berufsorientierung mitzugestalten oder Schulabbrüchen vorzubeugen, das Team Ability der LKJ Thüringen spielt mit ihren Projekten an Thüringer Schulen eine Rolle. Und dabei spielt das Spielen eine Rolle.

Die langjährigen Erfahrungen mit spielpädagogischen und theaterpädagogischen Methoden zu arbeiten, prägt die Arbeit in den Projekten. Der Blick auf die Kinder und Jugendlichen, ihnen Möglichkeiten zu geben, Erfahrungen zu sammeln, sich auszuprobieren, andere und sich anders wahrzunehmen sind Grundpfeiler der Arbeit des Teams Ability.

Die Vielseitigkeit des Spielens, vom Planspiel, Theater spielen bis zur praktischen Fähigkeitserprobung und Teamspielen, wird aus der Arbeit des Teams vorgestellt und die Möglichkeiten zur Stärkung der Persönlichkeit für die Kinder und Jugendlichen werden herausgestellt.


„Schule kann so schön sein!“ — Schulkultur und Kulturelle Bildung am Beispiel der Mobilen Musikwerkstatt Jena

PS-III-24

Referent*innen: Dr. Ulrich Richter und das Team der Mobilen Musikwerkstatt Jena

Mobile Musikwerkstatt – Experiamentarium für Klang und Musik

Musikalische Bildung besitzt einen unschätzbaren Wert für die Persönlichkeitsentwicklung. Wir erleben aber aktuell ein erkennbares Defizit an musikalischer Bildung vor allem an den Grundschulen. Das Projekt „Mobile Musikwerkstatt“ ist ein EXPERIMENTARIUM zur Erforschung von Schall, Ton, Klang und Musik und versteht sich als unterstützendes Angebot in Kooperation mit den Musiklehrern. Sie ist darauf gerichtet, bei den Kindern Freude an der Musik und am Musizieren durch ganz besondere kreative Herausforderungen zu entwickeln.

Mit unserer Hilfe erkunden die Schüler die Welt der Schalle, sie tauchen ein in die Welt des Klangs und lernen, wie aus Tönen Klänge entstehen. Sie können mit selbst gebauten Instrumenten auch Musik erfinden. Die „Mobile Musikwerkstatt“ weckt den Forschergeist und fördert handwerkliches Können. Im gemeinschaftlichen Tun entwickeln sie soziale Kompetenzen. Zugleich steigert das Experimentieren mit dem Klang das Interesse, mehr über Musik zu erfahren. Klangforscher kann man ohne Vorkenntnisse werden. Das Material, das zum Einsatz kommt, ist den Kindern aus dem Alltag bekannt und vertraut. Das Projekt hat zugleich zahlreiche synergetische Effekte: Handwerkliche Fähigkeiten und Klang; Erkennen von Zusammenhängen zwischen Natur und Klang; interkulturelle Begegnungen durch den Bau von Archetypen vertrauter Musikinstrumente aus unterschiedlichen Kulturen u.v.m.. Ergänzt wird die „Mobile Musikwerkstatt Jena“ durch einen Mobilen Klanggarten.


Gemeinsam abheben – Das fliegende Künstlerzimmer als architektonisch-künstlerisches Tool ästhetischer Schulentwicklung“

PS-III-25

Referentinnen: Friederike Schönhuth, Laura Kurtz, Crespo Foundation

Im Schuljahr 2018/2019 hat die Crespo Foundation im Verbund mit fünf Kooperationspartnern ein neues mobiles Format kultureller Bildung für den ländlichen Raum ins Lebens gerufen:

Das fliegende Künstlerzimmer bringt Kunst und Kultur direkt zu den Kindern und Jugendlichen auf den Schulhof – und den außerschulischen Ort gleich mit. Das mobile Wohn-Atelier und die Präsenz des Künstlers*der Künstlerin erlauben die Begegnung mit den Künsten im Schulalltag und liefern im Verständnis einer ganzheitlichen Bildung Impulse zur Schulentwicklung. Die Schule kann im Laufe der einjährigen Zusammenarbeit mit dem*der Künstler*in Unterrichtsmodelle entwickeln und Strukturen verändern, um auch nach dem Wechsel des fliegenden Künstlerzimmers an eine andere Schule künstlerische Praxis und ästhetische Erfahrungen im Schulalltag zu ermöglichen. Darüber hinaus kann sich zwischen dem*der Künstler*in im fliegenden Künstlerzimmer und den Schüler*innen und Lehrer*innen ein Vertrauensverhältnis entwickeln, das Freiräume zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit eröffnet.

In unserem Beitrag werden wir das Format an den bisher drei Standorten des fliegenden Künstlerzimmers lebendig veranschaulichen. Mit den Teilnehmenden möchten wir in den Dialog über die gesammelten Erfahrungen kommen, d.h. über Potenziale, Herausforderungen, künstlerische Ansätze und Beispiele sowie über nachhaltige Entwicklungen.


Formen der Natur — fotografische und andere künstlerische Methoden (nicht nur) für den Biologieunterricht

PS-III&IV-26

Referentin: Kathrin Brunnhofer, Fotografin und Dozentin für interdisziplinäre Medienarbeit

In diesem Workshop soll es im Humboldschen Sinne um das Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft gehen, um die Lust am Forschen und Entdecken und die Schönheit der Natur. Durch die Verzahnung fachspezifischer Aufgaben mit künstlerischer Praxis können abstrakte Themen sichtbar und zugänglich werden. 

Zum einen werde ich verschiedene Projekt- und Arbeitsbeispiele, Bücher und Techniken im Bereich Fotografie, Kunst, Biologie und Ökologie zeigen. Zum anderen werden wir u.a. gemeinsam ausprobieren, welche Möglichkeiten es gibt, Pflanzen (und auch Insekten, Federn, Muscheln oder Fossilien) kreativ und mit unterschiedlichen Techniken zu fotografieren. Die Teilnehmenden bekommen einen Einblick, wie man mit Collagen, Stillleben, Infografiken und Cyanotypien auf kreative und künstlerische Weise und gleichzeitig mit dokumentarischem Anspruch verschiedenste Themen im Schulunterricht kreativ umsetzen oder theoretische Inhalte visualisieren kann.


Lernräume der Zukunft

PS-III-27

Referent*innen: Dr. Steffen Bruendel, Deborah Werheit, PwC-Stiftung

Für die Lernräume der Zukunft ist die Covid-19-Pandemie Chance und Herausforderung zugleich: Einerseits hat sie die Digitalisierungsdefizite des deutschen Bildungssystems offengelegt, andererseits die Digitalisierung beschleunigt. Leider erfolgt diese jedoch wenig systematisch, sondern sehr bürokratisch und erschöpft sich oft in der Anschaffung von Hardware. Für einen sinnvollen Einsatz digitaler Technologien und Medien sind neue didaktische Methoden und Lernszenarien nötig. Die PwC-Stiftung als Förderer kultureller und digital-analoger Bildung ist überzeugt, dass die Zukunft des Lernens hybrid ist. Dr. Steffen Bruendel (Leiter Stiftungsteam) und Deborah Werheit (Referentin Digitalisierung und Kulturelle Bildung) stellen in dieser Panel-Session virtuelle Lern- und Gestaltungsräume im Anwendungskontext von schulischer Projektarbeit vor. Am Beispiel dreier „Labs“ der PwC-Stiftung zeigen sie, wie Forschendes Lernen in virtuellen Lernräumen der Zukunft den klassischen Schulunterricht ergänzen kann.


Pendulum Music: Eine interaktive Installation zwischen Musik und Physik

PS-III-28

Referenten:
Olaf Pyras, Universität Kassel
Dr. Franz Boczianowski, Humboldt-Universität zu Berlin

Entdeckendes Lernen erfordert einen fesselnden und reichhaltigen Forschungsgegenstand. Die Installation "Pendulum Music" (1968) von Steve Reich besitzt dieses Potentail. Sie wirkt – damals wie heute - skurril und seltsam. Ist das überhaupt Musik? Ebenso spannend stellen sich aus der Perspektive der Physik Fragen nach dem Frequenzspektrum des Instruments.