Barcamps

Das Format des Barcamps kann auch als Unkonferenz verstanden werden. Es gibt keinen festen Ablaufplan und keine vorbereiteten Inhalte. Die Teilnehmenden des Barcamps entscheiden vor Ort, über welche Themen sie sprechen wollen. In diesen sogenannten Sessions kann sich jede*r einbringen, unabhängig von Wissensstand, Alter oder Herkunft.

Gerade Jugendliche können in einem Barcamp wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen sammeln und ihre Themen zur Sprache bringen. „Vorsicht, Demokratie!“ veranstaltet in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Thüringens Barcamps, um Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben über ihre jugendpolitischen Bedürfnisse zu sprechen.


07.08.2021 / Altenburg. "FACK ... Jugend macht Zukunft!"

Gemeinsam mit dem FACK e.V. und einer Gruppe motivierter Jugendliche haben wir in drei Sessions sechs unterschiedliche Themen diskutiert. Dabei ging es sowohl um die Kulturszene im Altenburger Land als auch um die Weltoffenheit der Altenburger*innen. Besonders angeregt diskutiert wurde die Session zu Sicherheit (besonders für Mädchen und Frauen). Hier entstand die Idee in einem Workshop wichtige Selbstverteidigungs-Tools zu erlernen, so dass sich frau nicht mehr handlungsunfähig fühlt. Genauso wichtig fanden die Sessionteilnehmenden aber auch eine Gesprächsrunde mit Frauen und Männern, um über Themen wie Catcalling und Sicherheitsgefühle zu sprechen und einander dafür zu sensibilisieren.

Die konkrete Idee eine Fridays for Future Gruppe für das Altenburger Land zu gründen entstand in der Session zum Thema Nachhaltigkeit/Umweltschutz. Die Jugendlichen sammelten bereits viele Ideen, wie sie ihre Stadt umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten können: von der Einführung eines Pfand-Systems für Kaffeebecher bis hin zu größeren Mülleimern im gesamten Stadtgebiet. 

Die Jugendlichen haben das Barcamp genutzt, um ihre Ideen und Wünsche für das zukünftige Altenburger Land zu konkretisieren. Diese Ideen jetzt gemeinsam anzugehen ist eine Aufgabe, an die wir uns gemeinsam mit FACK e.V. und den Jugendlichen machen werden! 

20.07.2021 / Wartburgkreis. „Zeit für ein Upgrade!“

Das Barcamp wurde gemeinsam mit dem Regionalverband der Johanniter Westthüringen, dem Jugendforum Wartburgkreis sowie der Partnerschaft für Demokratie des Wartburgkreises organisiert.

In der Sessionplanung kristallisierten sich zwei Themen heraus, die die Jugendlichen diskutieren wollten: Umgang mit der LGBTQ-Community und fehlende Freizeitflächen.

In der Session zum Themenfeld der LGBTQ-Community wurde zu Beginn über die Frage gesprochen, wieso es überhaupt Menschen gibt, die sich gegen diese Bewegung stellen. Die Teilnehmenden berichteten, dass sie in ihrem persönlichen Umfeld spüren, dass sie immer mehr Zuspruch gewinnen und auch in der Schule bereits aktive Gegenrede gegen Beleidigungen und Anfeindungen von Mitschüler*innen bemerken. Nichtsdestotrotz wünschen sie sich bundesweit aber auch in der eigenen Region mehr Information und Initiativen, um die queere Community zu unterstützen. Jugendclubs und Einrichtungen der Jugendhilfe müssen hier aktiver werden.

Die zweite Session diskutierte die fehlenden Freizeitflächen vor Ort. Die Jugendlichen wünschen sich einen überdachten Treffpunkt, an dem sie ungestört von Erwachsenen ihre Zeit verbringen können. Außerdem sollte die Fläche Platz für sportliche Aktivitäten, wie Inliner fahren oder Basketball, bieten. Zusätzlich sammelten die Jugendlichen Ideen, wie sie so einen Treffpunkt selbständig verwalten könnten.


17.07.2021 / Suhl. „Jugendbeteiligung – Mittendrin statt nur dabei!“

Das Barcamp fand im Rahmen des AERO Suhl gemeinsam mit der Jugendbeteiligungsstruktur „Jugend verändert Suhl“ statt. Nach der Sessionplanung waren vier Themen gesetzt: fehlende überdachte Treffpunkte, Freizeitangebote, jugendliches Mitspracherecht bei Neubauten sowie schlechtes Internet.

In der ersten Session äußerten die Jugendlichen, dass es an zentralen und überdachten Treffpunkten fehlt. Sie wünschen sich daher Pavillons oder weitere überdachte Sitzgelegenheiten für den Stadtpark. Dort könnten sie wetterunabhängig ihre Freizeit verbringen. Parallel dazu wurden fehlende kostenlose Freizeitangebote diskutiert. Die Jugendlichen waren sich einig, dass es an kostenlosen Sportangeboten mangelt. Tore, Basketballkörbe, Trampoline, Volleyballnetze sollten frei zugänglich sein oder Drehkreuze haben, die maximal 1€ kosten. Auch die Lasertag-Arena ist mit 7€ Eintritt nicht taschengeld-freundlich. Zum Schluss kam der Wunsch auf, dass es in Zukunft mehr Discos oder Tanzveranstaltungen für Jugendliche geben sollte. Zum Teil bietet die Jugendschmiede Suhl solche Events schon an, aber weitere Alternativen wären wünschenswert.

Nach einer Pause ging es in die zweite Sessionrunde. Die eine Gruppe kritisierte, dass viele Bauprojekte in Suhl ohne Jugendbeteiligung umgesetzt würden. Gerade bei der Neugestaltung von Freiflächen und Freizeitanlagen wünschen sie sich mehr Mitsprache. Um dieses Problem zu lösen, kam die Idee einer Jugend-App auf. So könnten regelmäßig Umfragen zu bevorstehenden Bauprojekten mit Jugendlichen geteilt werden.

Die letzte Gruppe thematisierte das schlechte Internet sowie die fehlenden technischen Kompetenzen der Suhler Schulen. Langsames Internet und nur wenig freies WLAN stört die Jugendlichen. Flächendeckendes Glasfasernetz wäre eine Idee. Außerdem kritisierten die Jugendlichen, dass die Lehrkräfte nicht mit den Geräten umgehen können und es an Ausstattung mangelt. Besonders Schüler*innen, die keinen eigenen Geräte besitzen, sollten von der Schule welche gestellt bekommen.


15.07.2021 / Eisenach: „Du hast die Wahl!“

Das Barcamp „Du hast die Wahl!“ fand in Kooperation mit dem Stadtjugendring Eisenach, der Naturfreunde Jugend und dem Kreissport Bund statt.

Die ersten beiden Sessionthemen beschäftigten sich mit mehr Gendergerechtigkeit im Alltag und zusätzlichen Trinkoptionen für Jugendliche in Eisenach. Die Session zum Thema Gendern im Alltag diskutierte die Frage, ob Gendern notwendig ist oder nicht. Ein Teil der Teilnehmenden meinten, dass viele Leute genervt von dieser Diskussion sind und nicht Gendern wollen. Anschließend wird erklärt, dass das Gendern jedoch dazu genutzt werden soll, um die unterschiedlichen Identitäten, die in der Gesellschaft existieren, auch sprachlich zu repräsentieren.

Die parallel laufende Session beschäftigte sich mit der Überlegung, wo das Anbringen von Trinkständern in der Stadt eine Option wäre. Außerdem diskutierten sie die Frage der Sicherheit: Wer haftet für Schäden oder Vandalismus?! Als Lösungsvorschlag wurde eine Kamera vorgeschlagen. Die Teilnehmenden waren sich jedoch uneinig, ob eine Kameraüberwachung legal und umsetzbar sei.

Nach einer kurzen Pause ging es in die zweite Sessionrunde. Die Themen waren „Queere Jugendgruppe Eisenach“ und „Verbesserungsmöglichkeiten Oststadt Eisenach“.

Ein Teilnehmender berichtete davon, dass er eine queere Jugendgruppe in Eisenach gründen möchte, da es so ein Angebot noch nicht gibt. Die Teilnehmenden dieser Session nutzten den Raum, um offene Fragen zu klären. So wurde besprochen für was LGBTQIA+- genau steht (L esbian, G ay, B isexuell, Q eer, I ntersexuell, A sexuell) und die Bedeutung und Relevanz von Pronomen von den Jugendlichen diskutiert. Außerdem wurde der Wunsch geäußert, dass es in der Region Eisenach mehr Anlaufstellen und Orte für die LGBTQ-Community geben sollte.

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit Möglichkeiten den Problemstadtteil „Oststadt“ zu verschönern. Drogen und Alkohol sowie viel Müll tragen zum schlechten Ruf der Region bei. Die Jugendlichen äußerten außerdem Unmut über die vielen Baustellen und die fehlenden Grünflächen. Die Gruppe machte den Vorschlag, dass die Wege mit Blumen bepflanzt werden könnten, um einen Anreiz zu schaffen, die Umgebung schön und sauber zu halten. Trotz der vielschichtigen Probleme sehen sie Potenzial in der Oststadt. Durch die Renovierung der leerstehenden Häuser könnten neue Räume für junge Menschen geschaffen werden und somit die jugendliche Subkultur einen Platz finden. Dennoch sind sich die Jugendlichen der Frage bewusst, wer die Verantwortung und die Wartung für diese Räume übernimmt.


14.06.2021, FSJ-Special. "FSJ – was bleibt?"

Das zweite Barcamp war eine besondere Veranstaltung, da es explizit für Freiwilligendienstleistende des FSJ Kultur und Politik in Thüringen ausgelegt war. Das diesjährige FSJ-Jahr neigt sich dem Ende zu, weswegen das Barcamp als Möglichkeit genutzt werden konnte das vergangene Jahr zu reflektieren, aber auch Ideen für die Zukunft zu finden.

Zu Beginn der Veranstaltung gab es einen kurzen Impulsvortrag des Projekts „DCM – Don’t Catcall me!“. Das Projekt ist im Rahmen des FSJ-Jahres von zwei Freiwilligen gestartet worden und soll auch über das FSJ-Jahr hinaus Bestand haben. Durch den anregenden Input beschäftigte sich die erste Session mit dem Thema: Eigenständige Projekte – warum nicht?

Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass die Möglichkeit ein eigenständiges Projekt im Rahmen des Einsatzjahres zu verwirklichen eine tolle Gelegenheit bietet, sich kreativ auszuprobieren. Sie kritisierten jedoch, dass die Fördermöglichkeiten nur sehr intransparent und kompliziert kommuniziert worden sind. Hier würden sie sich für zukünftige Jahrgänge mehr Unterstützung wünschen. Außerdem brachten sie den Vorschlag ein, ihre Projekte als Beispiele für den nächsten Jahrgang vorzustellen.

Die zweite und dritte Session beschäftigte sich mit einer kleinen Reflexion des vergangenen Jahres und einem gemeinsamen Brainstorming, wie der Kontakt und die Projekte auch über das FSJ hinaus Bestand haben können. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass sie durch die Erfahrungen in ihren Einsatzstellen viel für ihre Zukunft gelernt haben und dass der Übergang in die Ausbildung/das Studium ihnen nun leichter fallen wird. Außerdem haben sie den Wunsch geäußert eine Art Alumni-Netzwerk aufzubauen, das zukünftigen FSJ-Jahrgängen mit Rat und Tat zur Seite stehen könnte.

 


29.05.2021 / Gotha. "Hat Jugend noch Bock auf Kultur?"

Unsere erste Veranstaltung, gemeinsam mit der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, hat Jugendlichen aus dem Landkreis Gotha einen Raum gegeben, um sich über ihre kulturellen Interessen auszutauschen und ihre Mitbestimmung in kulturellen Fragen zu diskutieren.

Aufgrund der überschaubaren Gruppengröße und allgemeinen Interesses fand eine große Session zum Thema "Mitbestimmung von Jugendlichen (in Museen)" statt. Die Jugendlichen merkten an, dass sie von Seiten der Stadt bereits abweisende Einstellungen gegenüber ihren Interessen vernommen haben und sich deswegen nicht richtig vertreten fühlen. Das Kinder- und Jugendforum Gotha genießt ihrer Meinung nach nur wenig Aufmerksamkeit bei den Jugendlichen und stellt somit kein sinnvolles Beteiligungsformat dar. Auch in den Ausstellungen des Museums spiegelt sich das fehlende Interesse an den Ideen der Jugend wider. Interaktive Teile, Feedback-Möglichkeiten oder Einfluss auf die Themenwahl der Ausstellungen vermissen alle Teilnehmenden. Sie äußerten Interesse daran, diesen Missstand zukünftig anzugehen.