Allgemeine Informationen

GRUNDSÄTZLICHE NEUORIENTIERUNG
Kulturagenten für kreative Schulen in Thüringen wird
in neuer Form fortgesetzt

Foto: Christoph Gorke

Kulturagenten für kreative Schulen Thüringen
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„Kulturagent*innen Thüringen“

Seit acht Jahren wirken Kulturagent*innen äußerst wirksam innerhalb von Thüringen als professionelle Brückenbauer, Netzwerker, Impulsgeber und Vermittler zwischen Schule und Kultur. Mit dem Schuljahr 2018/2019 endet die Transferphase des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen Thüringen“ und eine neue Phase beginnt: „Kulturagent*innen Thüringen“.

Dank der Unterstützung der fördernden Ministerien Thüringer Staatskanzlei und Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport wird das Programm ab dem 01. August 2019 in modifizierter Form als eine landesweite Maßnahme fortgesetzt. Ziel der Neustrukturierung ist es, Erfahrungen, Formate und Materialien, die in der Transferphase des Programms  in Thüringen gemacht und entwickelt wurden, aufzugreifen, weiter zu entwickeln und allen interessierten allgemeinbildenden Schulen in Thüringen zur Verfügung zu stellen. Das ist ein großer Erfolg und bestärkt die Arbeit der Kulturagenten*innen und der LKJ Thüringen e.V.


Was bleibt gleich? 

„Kulturagent*innen Thüringen“ zielt auf die kulturelle Aktivierung, Partizipation, Kulturraumvernetzung und Schulentwicklung. Das heißt konkret, Neugier bei Kindern und Jugendlichen zu wecken, kreative Fähigkeiten zu vermitteln, Teilhabe zu ermöglichen, lokale Allianzen für kulturelle Bildung in allen Regionen Thüringens zu etablieren sowie die kulturelle Schulentwicklung anzustoßen. Im Kern geht es um die Verstetigung von Angeboten der kulturellen Bildung in und außerhalb der Thüringer Schulen. Kulturagent*innen begleiten erfahrene und neue Schulen auf dem Weg zu ihrem künstlerisch-kulturellen Profil oder ermöglichen den Schulen ein künstlerisch-kulturelles Vorhaben unterrichtsbegleitend oder in Form von Projekttagen oder Projektwochen zu initiieren und durchzuführen. Kulturpartner*innen werden weiterhin in die Projekte und Prozesse eingebunden und es wird weiterhin Kunstgeld für die Realisierung der künstlerisch-kulturellen Vorhaben von den Ministerien bereitgestellt. Darüber hinaus werden wie gewohnt Fortbildungen, künstlerische Workshops und Regionalkonferenzen stattfinden.

 

Was ist neu?

Wurden die Thüringer Programmschulen bisher sehr stark individuell in ihrer Projekt- und Schulentwicklung begleitet, steht künftig die regionale Netzwerkarbeit zwischen Kultur und Schule im Mittelpunkt.

Die Angebote der LKJ und der Kulturagent*innen werden grundsätzlich allen allgemein bildenden Schulen in Thüringen zur Verfügung gestellt. Alle interessierten Schulen können Kunstgeld, Abrufangebote und/oder Beratung durch Kulturagent*innen bei der LKJ beantragen. 

In Übereinstimmung zwischen der Thüringer Staatskanzlei und dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport werden künftig fünf Kulturagent*innen bei der LKJ Thüringen e.V. angestellt sein. Daneben wird in jedem der fünf Schulamtsbereiche des Freistaates (Mittelthüringen; Nordthüringen; Ostthüringen; Südthüringen; Westthüringen) ein*e Koordinator*in für kulturelle und politische Bildung tätig sein und mit den Kulturagent*innen kooperieren. Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Schulamtskoordinator*innen und den Kulturagent*innen werden regionale Netzwerke der kulturellen Bildung geknüpft.

Die Arbeit der Kulturagent*innen wird sich modularer als bisher gestalten. Diese nehmen noch stärker eine vermittelnde, netzwerkende und beratende Funktion ein.

Die Kulturagent*innen beraten die Schulen zu kulturellen Bildungsangeboten von regionalen Kultureinrichtungen, zum Einsatz von abrufbaren Bausteinen kultureller Bildung bei der LKJ und zur Entwicklung von spezifischen kulturellen Bildungsvorhaben der Schule. Darüber hinaus unterstützen die Kulturagent*innen die Schulen hinsichtlich der Antragsgestaltung für das Kunstgeld und zur Akquise von Drittmitteln.

 

Wer ist mein Ansprechpartner?

Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V.
Büro „Kulturagent*innen Thüringen“
Anger 10
99084 Erfurt

Frau Sarah Hertam
kulturagenten[at]lkj-thueringen.de
0361/ 663 822 25


Über die Fortführung und Entwicklung des Programms schrieben Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur-, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, und Herr Helmut Holter, Minister für Bildung, Jugend und Sport, in der Ausgabe 1/2 2019 von "Politik und Kultur". Hier können Sie den Artikel nachlesen (ab Seite 8): Politik und Kultur, Ausgabe 1 / 2019


Programm

Kulturagent_innen

Die Kulturagent_innen sind professionelle Brückenbauer für Schulen, Kulturinstitutionen und Kunst- und Kulturschaffende. Sie sind qualifizierte Ansprechpartner_innen, um gemeinsam mit Schulen und Kulturpartnern Vermittlungsangebote in hoher Qualität und ausgerichtet an den Interessen der Schüler_innen zu entwickeln. In Personalunion verkörpern Kulturagent_innen den künstlerischen Impulsgeber, Kurator, Vermittler, Kultur- und Projektmanager, Prozessbegleiter, Netzwerker, Moderator oder Konfliktmanager. Die 10 Kulturagent_innen betreun insgesamt 38 Programmschulen.

→ Vorstellung der Thüringer Kulturagent_innen

Schulen

Der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen e.V., als Trägerin des Programmes, ist es in Zusammenarbeit mit den Kulturagentinnen und Kulturagenten gelungen, das bestehende Schulnetzwerk der Programmschulen um neun Schulen zu erweitern. Das Schulnetzwerk besteht seit dem Schuljahr 2017/2018 aus insgesamt 38 Schulen, die von 10 Kulturagent_innen betreut werden.
Darunter nehmen neben den Regelschulen, Gemeinschaftsschulen und Gesamtschulen auch Gymnasien, Grundschulen
sowie Ersatzschulen in freier Trägerschaft teil. Sie alle entwickeln gemeinsam mit ihren Kulturagentinnen und Kulturagenten ein kulturelles Schulprofil. Das Programm erreicht somit bis zu 10.000 Schüler_innen in ganz Thüringen.

→ Überblick der Programmschulen

Kulturbeauftragte_r und Kulturfahrplan

Jede Programmschule ist dazu verpflichtet, eine_n Kulturbeauftragte_n zu benennen. Die kulturbeauftragten Lehrer_innen und die beteiligten Kolleg_innen an den Programmschulen sind im Rahmen des Programms zentrale Multiplikator_innen für die (Weiter-) Entwicklung des künstlerischen Konzeptes – des Kulturfahrplanes – der Schule. Jeder Programmschule stehen pro Kulturbeauftragtem zwei Lehrer_innenwochenstunden zur Verfügung, die aus der Schulpauschale der teilnehmenden Programmschulen bereit zu stellen sind. Die Programmschule gründet eine Kultursteuergruppe (bestehend aus z.B. der/dem Kulturagent_in, der/dem Kulturbeauftragten_m, zwei Lehrkräften, Schüler_innen, außerschulischen Partnern).

Jede Programmschule entwickelt ihren individuellen Kulturfahrplan mit spezifischen Zielen, Maßnahmen und Inhalten. Der Kulturfahrplan ist ein Planungs- und Steuerungsinstrument für jede teilnehmende Schule, um die eigenen Ziele und die entsprechenden Maßnahmen zu deren Umsetzung für die gesamte Programmlaufzeit festzuhalten und die (Weiter-) Entwicklung eines künstlerischen Profils bzw. Schwerpunktes zu strukturieren und zeitlich zu planen. Der Kulturfahrplan sollte als fester Bestandteil des Schulprogramms verstanden werden.

Kunstgeld

Die künstlerische Projektarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Programms, um auf diese Weise die schulinterne Profilbildung zu initiieren, künstlerisch-ästhetische Impulse zu setzen und Schüler_innen und Lehrer_innen zu beteiligen. Zudem werden Kooperationen mit Kulturpartnern – hierauf liegt als Bestandteil des Programms ein besonderes Augenmerk – aufgebaut und weiterentwickelt. Das Kunstgeld steht als finanzieller Rahmen für die künstlerischen Projekte zur Verfügung. Die LKJ Thüringen wird in Zusammenarbeit mit der Thüringer Staatskanzlei und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, die Ausschreibung und Vergabe von Kunstgeld (Kunstgeldverwaltung) verantworten. Insgesamt stehen einem Schulnetzwerk, bestehend aus drei Schulen und einer/einem Kulturagent_in, 20.000,00 Euro pro Schuljahr zur Verfügung.